Posaunen- und Projektchor

 

Der Posaunenchor trifft sich im Gemeinschaftshaus, donnerstags ab 20 Uhr, der Projektchor trifft sich im JoBuHa, sonntags abends.

 

 

Photos von 2008 und 2011

Photos von 2003

Kirchentag 2011

Von Christine Bausch

„Ich bin der Bernhard Mayer, Chorleiter in Nierstein, bin 63 Jahre alt, und das ist mein erster Kirchentag…“ – verblüfftes Schweigen macht sich beim Probentag im JoBuHa in der Runde breit, bevor er den Satz vollendet: … „seit 32 Jahren“. Der Kirchentag 1979 in Nürnberg war der letzte, bei dem die Niersteiner CVJMer als Bläser dabei waren. Höchste Zeit also, das zu wiederholen.

Rund 35 Bläser aus den evangelischen Posaunenchören Westhofen, Gimbsheim, Raunheim und Leeheim sowie dem
CVJM-Posaunenchor Nierstein bildeten von 1. bis 5. Juni in Dresden einen Chor. Zustande gekommen war der Kontakt beim Ökumenischen Kirchentag in München 2010, als ich für die AZ bzw. für die Wormser Zeitung über den Einsatz der Westhofener Bläser berichtete. Deren Chorleiter Michael Nierenz schlug vor,
dass wir uns doch beim nächsten Mal anschließen könnten. Zusammen mit den Hessen, zu denen er seit Jahren Kontakt hat, kamen schließlich so viele zusammen, dass wir uns nicht mit anderen Bläsern zusammentun mussten, sondern selbst stark genug waren. Zum Probentag im Mai trafen sich alle Chöre in der Mitte – in Nierstein. Erwähnt sei, dass die Auswärtigen begeistert waren vom Ambiente des großen Raumes im Johannes-Busch-
Haus und von der direkten Umgebung.

„Evangelischer Kirchentag ohne Posaunenchöre geht gar nicht“, so formulierte es Volker Seip aus Raunheim, der als
Quartiermeister die Gruppe in der Mittelschule Weinböhla zusammenhielt. „Wir Bläser sind schließlich Gottes mobiles
Einsatzkommando.“ Und tatsächlich: Beim Kirchentag werden Bläser ganz anders wahrgenommen als zuhause, wo man sich an sie gewöhnt hat. Bei unserem ersten Einsatz direkt gegenüber dem Zwinger blieben die Menschen stehen, schlugen ihre Kirchentags-Liederbücher auf und sangen mit. Rainer Seip, Zwillingsbruder des Quartiermeisters und Dirigent des Gemeinschaftschores, sagte die Liednummern an und fiel nach der Intonation kräftig in die Melodie ein. Und auf dem Wiener Platz direkt vor dem Hauptbahnhof wurde die Menschentraube immer größer, der Beifall immer lauter, so dass wir viel länger spielten als die vorgesehenen 20 Minuten.

Rudolf Harbig-Stadion, irgendwo kurz unter dem Tribünendach – die Fußball-Arena von Dynamo Dresden ist mit 20000 Sitzplätzen etwa so groß wie das Mainzer Bruchwegstadion. Wo sonst die Fans jubeln oder leiden, füllten 3000 Musiker die Tribüne im Block D. Probe für den großen Schlussgottesdienst am Sonntag. „Nicht nach Gehör spielen!“, forderte der winzige Dirigent unten auf dem Rasen die Bläser auf. Der Gesamtklang funktioniert nur, wenn alle auf den Mann am Notenpult in mehreren hundert Metern Entfernung schauen. Das galt erst recht für den Schlussgottesdienst selbst, bei dem 6000 Bläser an der Elbe gemeinsam spielten – und die Chöre sogar auf die beiden Ufer verteilt waren. Großartig geprobt werden konnte das nicht, doch am Ende hat es funktioniert. Ein erhebendes Gefühl, Teil dieses Riesen-Chores zu sein – trotz sengender Sonne.

Doch dann wurde das Instrument auch mal bei der Aufbewahrungsstelle im Hauptbahnhof zwischengelagert, denn
natürlich blieb genug Zeit, das übrige Kirchentagsprogramm zu genießen. Die einen zog es zu den politischen Vorträgen mit großen Namen, die anderen ins Kabarett mit dem „weiß-blauen Beffchen“. Während die Raunheimer, die mit zahlreichen 14-bis 16-Jährigen den jüngsten Altersdurchschnitt der Gruppe hatten, am Donnerstagabend das große Wise-Guys-Konzert genossen, saßen die Niersteiner am Elbufer und lauschen einer Open-Air-Aufführung von Mendelssohns Paulus-Oratorium mit mehreren sächsischen Kantoreien und einer Filminstallation auf Großleinwand – im Hintergrund die grandiose Altstadt-Kulisse in der Dämmerung. Einige Niersteiner genossen übrigens noch den Aufstieg auf die Kuppel der Frauenkirche oder eine Schifffahrt ins Elbsandteingebirge.

Nach einem langen Tag zwischen Frauenkirche, Zwinger und Elbe sanken die Kirchentagsbesucher schließlich kreuzlahm und ermattet auf die Schlafsäcke. „Die Übernachtung im Klassensaal mit Isomatte und Schlafsack gehört zum Kirchentag einfach dazu“, meinte Alexandra Behrendt aus Nierstein, und auch Manfred Muth aus Gimbsheim möchte es nicht anders haben – auch wenn morgens um sechs der Rasierer surrt oder die Dusche mal wieder besetzt ist. „Die Räume sind sauber, das Essen klasse, wir haben eine richtig nette Schule erwischt, sagt Quartiermeister Volker Seip. Die Stimmung war entsprechend top. Übrigens auch in den Privatquartieren, ebenso wie die
Schule in Weinböhla. Angelika Schmitt aus Nierstein freute sich über den liebevoll gedeckten Frühstückstisch im Erker mit Blick auf das liebevoll gepflegte Gärtchen der Gastgeberin. Gabi Fritz und Birgitt Steinfurth-Aumann aus Westhofen schwärmten von einem alten Bauernhof, den ihre Gastgeberin zu einem schmucken kleinen Antiquariat ausgebaut hat.

Schon jetzt machen die Bläser übrigens Pläne für 2013 – dann
geht’s wieder an die Elbe: in die Kirchentagsstadt Hamburg.

 

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Zeichen deiner Nähe 2008

100 Jahre CVJM-Posaunenchor Nierstein

Die älteste Gruppe im CVJM Nierstein feiert Geburtstag – natürlich musikalisch:
Drei Bläsergottesdienste und drei Konzerte waren das Geschenk der Bläser an
den CVJM, an die Gemeinde, an die Ehemaligen, an die Freunde, die treu zu
jedem Konzert kommen.

Die beiden ersten Bläsergottesdienste, bei denen der Chor unter der Leitung
von Bernhard Mayer nicht wie sonst auf der Empore saß, sondern vor dem
Altar, und in denen die Musik eine wichtige Rolle spielte, kamen bei der
Gemeinde gut an und sollen 2009 wiederholt werden.

Jedes der drei Konzerte hatte einen anderen Rahmen, jedes einen anderen
Charakter, jedes ein anderes Publikum. Zum Abschluss der Weihnachtszeit
stand am Epiphaniastag, 6. Januar, festliche Musik auf dem Programm,
das gemeinsam mit dem Kirchenchor und Katrin Bibiella an der Orgel
gestaltet wurde. Im Anschluss feierten Sänge und Musiker – wie jedes Jahr
– gemeinsam im JoBuHa. Am Pfingstwochenende, sozusagen zum Auftakt
des ökumenischen Gemeindefestes, waren es neben freien Stücken aus
Barock bis Romantik vor allem moderne Arrangements, die den Abend
prägten. Jörg Adrian hatte zu einigen Stücken passende Texte ausgewählt. Im
Anschluss daran waren die Konzertbesucher zu einem Grillfest im Kirchgarten
eingeladen. Die wunderschöne Atmosphäre eines lauen Frühsommerabends im
romantischen Kirchgarten, der tatsächlich noch zu später Stunde proppenvoll
war, hatte eine ganz eigene Wirkung – ein echtes Geburtstagsgeschenk.

Und schließlich – das Festwochenende des CVJM Nierstein am letzten
August-Wochenende. Fast eineinhalb Jahre der Vorbereitungen waren
vorausgegangen. Und dann – das Wetter... Wechselhaft, regnerisch, und dann,
als wir das Ausweichquartier abgesagt hatten: strahlender Sonnenschein am
Samstag und Sonntag. Beste Voraussetzungen also für ein Wochenende, an
dem wirklich alles perfekt passte. Die Probenarbeit trug gerade rechtzeitig
Früchte, die Tische im Gemeindepark füllten sich, und am Stand nebenan war
alles für einen netten Sommerabend vorbereitet. Schön war auch, dass wie
schon im Mai viele Ehemalige mitfeierten, einige kamen sogar ans Mikrofon
und berichteten über ihre Zeit in und mit dem CVJM-Posaunenchor. Auch unser
früherer Bundesposaunenwart Wilhelm Schmidt und Paul Torwoe, Vorsitzender
des YMCA in Hlefi/Ghana, waren unter den Gästen.

Die Sportler hatten bereits am Vormittag – auch dies Teil des Festwochenendes
– etwas ganz Neues ausprobiert: Sie hatten eine Beachsocceranlage
ausgeliehen und jagten barfuß im Sand dem Fußball hinterher. Wer dabei war,
hat Spaß daran gefunden: Nächstes Jahr soll das Turnier in größerem Rahmen
wiederholt werden.

Ebenso wie das Grillfest im Kirchgarten wurde – für mich – der Bläsergottesdienst im Grünen zu einem weiteren Höhepunkt des Jubiläumsjahres. Unvergessen sicher auch für die Gemeinde, die zum ersten
Mal an diesem Ort Gottesdienst feierte. Deshalb werden sich viele sicher gerne
an das Fest erinnern – mit der Predigt von Pfarrer Klaus Lehrbach, mit der
Liturgie von Pfarrer Richard Dautermann und Eva-Maria Günther – und mit den
bunten Noten und Notenschlüsseln über der Bühne, die der Kindergottesdienst
gestaltet hatte. Bei einem leckeren Mittagessen war dann noch Zeit, um zu
plaudern und die Sonne zu genießen. Ein echtes Gemeinschaftserlebnis für
CVJM und Kirchengemeinde.

All das wäre natürlich nicht möglich gewesen ohne die zahlreichen Helfer, die
ganz selbstverständlich da waren und angepackt haben: Ein ganz herzliches
Dankeschön sagen Posaunenchor und Vorstand allen Kuchenbäckern
und Köchen, Küchenhelfern und Dekorateuren, dem Aufbauteam, den
Winzern und all jenen, die im Stand Dienst getan haben – darunter auch
Jugendkreisteilnehmer und Konfirmanden! Mit ihnen gemeinsam wollen die
Bläser noch ein Helferfest feiern.

Ach ja, feiern. Dazu hat der Posaunenchor jetzt noch reichlich Gelegenheit,
dank der Geschenke von Gemeinde und Kirchengemeinde... Aber eben dazu
ist ein Jubiläum ja da: um Gemeinschaft zu erleben, untereinander und mit
anderen. Jeder Gottesdienst, jedes Konzert, jedes Fest – ein Zeichen von
Gottes Nähe.

Christine Bausch

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Bläserfreizeit des CVJM-Posaunenchores
im Jugendgästehaus Hubertus in Butzbach-Münster 2002


Es war im November 2002, als vier Jungbläser-Ausbilder in den Jungscharen die Arbeit des CVJM-Posaunenchores vorstellten und auch darüber hinaus um Nachwuchsbläser warben. Sechs Kinder zwischen acht und elf Jahren bekundeten daraufhin Interesse. Im März 2003 hatten wir dann für jedes Kind das passende Instrument gefunden und einen Stundenplan für Ausbilder und Schüler erarbeitet. Der Unterricht konnte beginnen, die ersten Töne erklangen. Zwei Jungbläser gaben nach wenigen Wochen auf, dafür kamen zwei neue unverhofft dazu.
Inzwischen haben sie eine erste Ahnung vom Tuten und Blasen. Für die Kleinsten wie auch für die sechs fortgeschrittenen Jungbläser war die Bläserfreizeit Ende November ein Meilenstein, für alle übrigen Chormitglieder ein besonderes Erlebnis: Mit 28 Teilnehmern - 22 Bläsern und 6 Familienangehörigen - ging es nach Butzbach. Im dortigen Freizeitheim Hubertus haben wir ein Wochenende lang in drei verschiedenen Leistungsgruppen geprobt und das Gelernte dann sonntags zusammengesetzt. Spätestens bis Weihnachten klang das "Oh du fröhliche" perfekt, beim Konzert zum Auftakt des 100-jährigen CVJM-Jubiläums am Sonntag, 1. Februar 2004, haben einige Jungbläser bereits Intraden und Choräle mitgespielt.
Auch für die erfahrenen Bläser des Posaunenchores war die Freizeit eine Premiere. Vor allem am Samstag war viel Zeit, um an den Stücken für das Konzert zu feilen - das war effektiver als drei bis fünf Posaunenchorproben.
Doch die Freizeit war auch ein ganz neues Gemeinschaftserlebnis, denn natürlich wurde nicht nur gearbeitet, sondern auch gelacht, gespielt - und geschlemmt, die Küche hat uns mit üppigen Mittagsmenüs und sich biegenden Buffets morgens und abends verwöhnt. Zum Team gehörten neben Chorleiter Bernhard Mayer die Ausbilder Christine Bausch, Christoph Kuhn und Uwe Malzahn, außerdem Gerlinde Borngässer. Darüber hinaus übernahmen die älteren Bläser wechselweise den Tagesbeginn und -abschluss sowie den Bläsergottesdienst am Sonntag, den wir mit allen Teilnehmern gemeinsam gefeiert haben. Die erfahrenen Jungschar- und Jugendkreismitarbeiter Thilo Mayer, Torben Gerlach, Anke Schmitt und Meike Gerlach gestalteten mit den Kindern ein Sportprogramm am Samstagnachmittag und einen fetzigen Spieleabend mit Klassikern wie Putzlumpenhockey, Obstkorb oder Funkerspiel. Und während die Jüngsten dann nach dem Programm die letzten Bälle in den Basketballkorb warfen oder den Tag bei einer Partie Junior-Trivial-Pursuit ausklingen ließen, versammelten sich die Erwachsenen bei einem Fläschchen Bier oder Wein in der Kaminecke.
Der Wunsch, eine solche Freizeit zu wiederholen, ist der schönste Beweis dafür, dass das Konzept aufgegangen ist: die älteren Bläser neu zu motivieren und die jungen zu integrieren.

Christine Bausch