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Ghana-Arbeit

 

Der CVJM hat eine Partnerschaft mit dem YMCA Hlefi in Ghana. Im August/September 2008 besuchte uns zuletzt Paul Torwoe, der Vorsitzende des YMCA Hlefi. Im April 2009 waren Lorenz Ripka und Martin Borzner einige Tage in Hlefi. Ein Day-Care Center und ein Kindergarten wurden in den letzten Jahren mit Unterstützung des CVJM Niersteins dort errichtet.

Ghana-Besuch 2005

Partnerschaften müssen gepflegt werden, um zu bestehen. Besonders wenn die Partner auf zwei verschiedenen Kontinenten leben: Seit 17 Jahren ist der CVJM Nierstein mit dem YMCA in Hlefi/Ghana verbunden. Wir, Friedemann Schmitt, Carsten van Lil und Wolfgang Bürkle, besuchten nun die Freunde im westafrikanischen Land. Das dies nicht immer einfach ist, wurde schon bei der Hinreise deutlich: das Flugzeug startete zwei Tag später als geplant von Düsseldorf nach Accra, die Hauptstadt Ghanas. Da die Menschen in Hlefi nicht über Internet verfügen und nur schwer per Telefon zu erreichen sind, musste kurzerhand ein Kleinbus, in Ghana "Tro-Tro" genannt, gemietet werden, das uns sicher von Accra nach Hlefi brachte.
Im Privathaus des Paramount Chiefs, wie das höchste Oberhaupt des Dorfes genannt wird, wurden wir traditionsgemäß mit Palmweinschnaps empfangen, der den Staub der langen Anreise vertreiben solle. Dabei wurden die ersten großen Reden geschwungen und alle Hände geschüttelt, so wie es in Ghana üblich ist: immer von rechts nach links. Unsere Unterkunft war das neue Haus von Paul Ewoades ältestem Bruder, welches uns allen erdenklichen Komfort, also auch fließendes Wasser, bot.
Beim offiziellen Treffen mit der Dorfgemeinde überreichten wir die mitgebrachten Gastgeschenke: Fußballtrikots, Schreib- und Bastelmaterial für den Kindergarten sowie einen Wappenteller von der Gemeinde Nierstein.
Seit acht Jahren sind das Day Care Center für Kinder ab zwei Jahren und der Kindergarten in Betrieb. Beide Gebäude hat der YMCA Hlefi mit Hilfe von Spendengeldern aus Nierstein errichtet. Doch gebraucht wird davon nur noch eins, denn der ghanäische Staat baut und finanziert mittlerweile Kindergärten und Primary Schools aus staatlichen Mitteln. Nur einige hundert Meter vom YMCA-Gebäude entfernt steht deshalb nun ein staatlicher Kindergarten. Zwei Ideen wurden uns präsentiert, wie es mit dem Gebäude weitergehen soll. Der eine Vorschlag befürwortete den Umbau in einen Computer-Schulungsraum, der andere eine Übernachtungsmöglichkeit für Durchreisende und Gäste der Gemeinde. Gespräche mit dem regionalen YMCA in Ho drehten sich ebenfalls um Planungen und Ziele für das nächste Jahr, die Hlefi und die anderen kleinen YMCA's der Volta Region betrafen.
Vor zwei Jahren begannen Thilo Mayer und Jörg Adrian, Hlefi zu kartographieren. Dies wurde beim aktuellen Besuch mit modernster GPS-Technik fortgesetzt: wir besuchten die wichtigsten Punkte des Dorfes und speicherten diese per Satellitenübertragung ab. Dazu gehörten unter anderem der Krokodil-Teich, in dem seit Jahrzehnten ein einsames Krokodil haust, die Schulen, Kirchen und die neue solarbetriebene Telefonzelle des Dorfes. Zudem wurden uns traditionelle Tänze vorgeführt und wir waren Ehrengäste bei einem Fußballspiel der YMCA-Jugend.
Auf verschiedenen Ausflügen rund um Hlefi und Ho bestaunten wir die faszinierende Landschaft mit Regenwald, Buschland und Palmen am Atlantik, besuchten die Wli-Wasserfälle an der Grenze zu Togo, sowie die Sklavenburg in Cape Coast. Einige Tage verbrachten wir auch in Accra, wo wir mit den YMCA-Offiziellen ein paar Worte zur aktuellen Situation vor Ort wechselten.

Wolfgang Bürkle, Dezember 2005

 

Link zur Weltdienst-Arbeit im Westbund.